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Aus einem wenig genutzten Raum wird ein gemeinsamer Lieblingsplatz. Im Haus Sonnenschein in Brilon wurde in den vergangenen Wochen geplant, geschleppt, geputzt, eingekauft, gestaltet, aufgebaut – und natürlich auch viel gemeinsam gelacht. Im Rahmen eines Projektes der PiA-Ausbildung zum Erzieher bekam unser bisher eher wenig genutzter Wintergarten ein ganz neues Gesicht.

Das Motto dabei lautete: „Dein Raum. Deine Stimme. Dein Stil.“ Und genau so sollte es auch sein. Denn von Anfang an stand fest: Der neue Wintergarten sollte nicht einfach für die Jugendlichen gestaltet werden, sondern gemeinsam mit ihnen.

Erst die Ideen, dann die Arbeit

Bevor der erste Schrank verschoben und die erste Dekoration ausgesucht wurde, waren zunächst die Jugendlichen gefragt: Was fehlt euch hier? Wie könnte der Raum gemütlicher werden? Was möchtet ihr hier später machen? Und wie soll „euer“ Wintergarten eigentlich aussehen?

Dabei kamen viele unterschiedliche Ideen zusammen. Vorhandene Möbel sollten weiter genutzt und teilweise neu gestaltet werden, gleichzeitig durfte aber auch Neues einziehen.

Und natürlich gab es Wünsche, auf die Erwachsene vielleicht nicht als Erstes gekommen wären. So entstand zum Beispiel die Idee für eine eigene gemütliche Ecke für die Hunde. Schnell war klar: Die gehört dazu!

Dann konnte es losgehen – allerdings zunächst mit dem weniger gemütlichen Teil: Alles raus!

Gemeinsam wurde der Wintergarten komplett ausgeräumt, gründlich gereinigt und auf seine Verwandlung vorbereitet. Viele Hände packten mit an und Stück für Stück wurde sichtbar, was aus dem Raum entstehen könnte.

Gemeinsam aussuchen, entscheiden und gestalten

Auch beim Einkauf waren die Jugendlichen mit dabei. Gemeinsam wurde geschaut, was benötigt wird, was ins Budget passt und worauf besonders viel Wert gelegt werden soll. Ein Teil des Geldes stand den Jugendlichen ganz bewusst für Dekoration nach ihrem eigenen Geschmack zur Verfügung.

Denn zu einem eigenen Raum gehört eben auch, selbst entscheiden zu dürfen, was schön und gemütlich ist.

Anschließend wurde kreativ und handwerklich gearbeitet. Leinwände wurden gestaltet, Metallschränke bekamen einen neuen Look und nach und nach zogen Couchtisch, Beamer, Leinwand, LED-Beleuchtung und verschiedene Dekorationselemente ein.

Es wurde aufgebaut, ausprobiert, wieder umgestellt und gemeinsam überlegt, wo was am besten hinpasst. Nicht immer waren sich alle sofort einig – aber auch das gehört dazu. Ideen austauschen, Kompromisse finden und am Ende gemeinsam eine Lösung finden, mit der sich alle wohlfühlen können.

Ein Raum, in dem ganz viel von allen steckt

Mit jedem Arbeitsschritt wurde der Wintergarten ein bisschen mehr zu unserem Wintergarten.

Und genau das war vielleicht das Schönste an diesem Projekt: Am Ende stand nicht einfach nur ein neu eingerichteter Raum da. Überall stecken Ideen, Entscheidungen und ein Stück Arbeit der Jugendlichen darin.

Sie konnten erleben, dass ihre Meinung gehört wird und dass die eigenen Entscheidungen tatsächlich etwas verändern. Aus einer Idee wurde etwas Sichtbares und Greifbares.

Ganz nebenbei wurde während des Projektes noch viel mehr gemeinsam erlebt und gelernt: zusammenarbeiten, Verantwortung übernehmen, aufeinander Rücksicht nehmen, mit Geld umgehen, Entscheidungen treffen und auch einmal einen Kompromiss finden.

Besonders schön war außerdem, dass auch neu eingezogene Jugendliche über das gemeinsame Tun ganz selbstverständlich mit eingebunden wurden. Beim Aufbauen, Gestalten oder Dekorieren kommt man eben schnell miteinander ins Gespräch – und ein gemeinsames Ziel verbindet.

Und wie weiht man einen neuen Wintergarten ein?

Natürlich mit einem gemeinsamen Filmabend!

Beamer an, Film ab und den neuen Raum einfach einmal genießen. Dabei zeigte sich schnell: Die Arbeit hatte sich gelohnt.

Die Jugendlichen waren stolz auf das gemeinsam Geschaffene und empfanden den Wintergarten als deutlich schöner und gemütlicher als vorher. Aus einem Raum, der zuvor kaum genutzt wurde, ist ein Ort geworden, an dem man gerne zusammenkommt, entspannt, Filme schaut oder einfach gemeinsam Zeit verbringt.

Und ganz fertig ist der Wintergarten eigentlich nie – zum Glück. Denn auch in Zukunft darf er sich verändern, weiterentwickeln und an die Wünsche der Jugendlichen angepasst werden.

„Wintergarten reloaded“ zeigt, was entstehen kann, wenn aus vielen verschiedenen Ideen ein gemeinsames Projekt wird.

Ein Raum wurde verändert – und gleichzeitig ist ein Ort entstanden, der für Gemeinschaft, Mitbestimmung und das schöne Gefühl steht, zusammen etwas geschafft zu haben.