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Anlässlich der Weihnachtsfeier im Haus Sonnenhof hat unsere Jugendliche Victoria ein sehr schönes Gedicht verfasst. Wir finden dieses Gedicht nicht nur sehr schön, sondern möchten mit der Veröffentlichung auf unserer Homepage die besten Weihnachtswünsche für alle Besucher*innen, Kinder und Jugendliche, Mitarbeiter*innen und Freund*innen des Sozialwerks verbinden. Lassen Sie es sich an den Feiertagen gut gehen und genießen Sie die besinnliche Ruhe dieser Tage.

Weihnachten, anders aber besonders

Wenn leise Lichter Räume schmücken
und Kerzen warm die Herzen drücken,
wenn draußen still der Winter ruht
und drinnen wächst ein neues Gut,
dann ist es Zeit, kurz still zu werden,
den Blick zu senken auf das Wesentliche auf Erden.

In dieser Zeit, so reich an Sinn,
zählt nicht, woher wir kommen oder wer wir sind.
Was zählt, ist hier, was uns verbindet,
dass jeder Platz und Wärme findet.
Gemeinsam sitzen wir nun hier,
du und ich – ein kleines Wir.

Die Gruppe, unser kleiner Ort,
trägt so viel Leben, so viel Wort.
Mal laut, mal leise, bunt und echt,
nicht immer leicht, doch niemals schlecht.
Denn jeder Mensch, der hier besteht,
ist wichtig – so wie er hier geht.

Gemeinsamkeit heißt nicht nur Lachen,
sie heißt auch, füreinander Sachen zu tragen,
Sie zu tragen, wenn sie schwerer sind und Sorgen bleiben wie ein Kind.
Sie heißt: Ich sehe dich auch dann,
wenn dich kaum noch jemand sehen kann.

Besinnlichkeit kehrt leise ein,
sie fragt nicht laut, sie flüstert fein.
Sie lädt uns ein, kurz hinzuschauen,
nicht nur zu planen, sondern zu vertrauen.
Was war das Jahr? Was hat es gebracht?
Wer hat geweint, wer hat gelacht?
Und zwischen Kerzenschein und Tee
entsteht ein kleines „Ich versteh“.
Wir hören zu, wir halten aus,
manchmal wird Stille hier zu Haus.
Denn Weihnachten, das wissen wir,
lebt nicht im Lärm – es lebt in dir.

Geschenke liegen unterm Baum,
doch größer als Papier und Raum
sind Dinge, die man nicht gleich sieht:
Zeit, die man teilt, ein offenes Lied.
Ein Blick, der sagt: Du bist hier richtig.
Ein Wort, das zeigt: Du bist mir wichtig.
Vielleicht ist es nicht Gold und Glanz,
nicht Perfektion im Lichterkranz.
Doch was wir hier einander geben,
kann tragen, trösten, weiterleben.
Ein kleines Stück von Menschlichkeit
wird hier zum größten Geschenk der Zeit.

So feiern wir auf unsere Weise,
nicht laut, nicht perfekt – doch ehrlich und leise.
Mit allem, was uns ausmacht hier,
mit Ecken, Kanten, Du und Wir.
Und nehmen mit in diese Nacht:
Dass Nähe oft am meisten macht.

Möge diese Weihnachtszeit
uns schenken Mut und Herzlichkeit,
uns lehren, dass in schweren Tagen
wir nicht alles müssen alleine tragen.
Denn jeder Mensch, der hier besteht,
ist wichtig – so wie er hier geht.
Frohe Weihnachten, hier und jetzt,
wo Gemeinschaft Herzen vernetzt.
Wo aus vielen kleinen Lichtern
ein großes Leuchten wächst in Gesichtern.
Und wo wir spüren, ganz still und sacht:
Wir sind nicht allein – nicht heute, nicht morgen, und nicht heute Nacht.

(Victoria, Haus Sonnenhof)